Was gibt es zu essen auf Koh Phayam?

Hier sitzen wir nun, im Regen von Koh Phayam. So war das nicht bestellt oder ausgemacht, die Sonne sollte uns empfangen. Erstmals kommen also die mitgebrachten Regenjacken zum Einsatz, um zum Restaurant zu kommen, müssen wir quer durch die Anlage gehen, auch vorbei am Gemüsegarten, der uns bald einen großen Bestandteil des Abendessens spenden wird. Alles tutti frutti also!

Phayam Garden View

Wir setzen uns an einen freien Tisch, 2 andere Familien haben sich ebenfalls im Restaurant eingefunden, und schmökern durch die uns gereichten Karten. Beim Gustieren bemerken wir auch die große Anzahl an Curries, die hier angeboten werden.

Soweit so gut, nun steht aber eine Entscheidung an, der Koch wetzt schon ungeduldig die Messer, um den Gemüsegarten ein bisschen kleiner werden zu lassen.

Paenang Curry
Paenang Curry

Wir entscheiden uns für das Paenang Curry, auch weil man das nur selten richtig gut bekommt. Hier haben wir den Eindruck, dass die Küche hervorragend ist. Da wir hungrige Mäuler sind, ist es das natürlich noch nicht alles gewesen. Als „Beilage“ gönnen wir uns Morning Glory und ein Pad Thai mit Gemüse.

Der Koch notiert sich persönlich alles und schreitet in den Gemüsegarten. Wir können zusehen, wie er, mit einem großen machetenartigen Messer bewaffnet, durch die Beete streift und mit gekonnten Schwüngen das für unser Essen notwendige Gemüse erntet. Danach wird sogleich alles in der Küche verwertet. Frischer geht es also nicht! Da gut Ding Weile braucht, dauert die Zubereitung ein wenig.

Etwa eine halbe bis dreiviertel Stunde später ist es dann soweit. Das Essen wird heiß und dampfend serviert. Wieder vom Koch persönlich, der es mit einem breiten Grinsen im Gesicht zu unserem Tisch bringt. Nach ersten Verkostungen sind wir uns schnell einig, es ist alles hervorragend.

Das Paenang Curry cremig wie es sein soll, versehen mit reichlich Hühnerfleisch und ein wenig Paprika. Und es ist richtig scharf. In Bangkok haben wir ja bereits einiges an Schärfe erlebt und uns daran wieder gewöhnt. Doch dieses Curry hier ist scharf, sehr scharf! Gut, dass wir auch die anderen Gerichte und Reis zum Neutralisieren bestellt haben.

Der Morning Glory ist der wohl frischeste und beste, den wir jemals bekommen haben. Verfeinert mit Zwiebeln und vielen Erdnüssen. Auch das Pad Thai ist köstlich, das gartenfrische Gemüse macht hier den Unterschied zu anderen Pad Thais.

Pad Thai
Pad Thai geht immer

Frühstücksbar Koh Co Ice Cream

Doch auch andere Küchen wollen von uns erkundet werden. Deswegen sitzen wir gerne auf der richtigen Seite von Löffel und Gabel. Ca. 4 Gehminuten, von unserer Unterkunft entfernt, stolpern wir recht schnell über ein besonderes kulinarisches Dreieck. Da gibt es erstmal unsere bevorzugte Frühstücksbar. Es werden Eier in allen Variationen angeboten, Sunny Side Up, Scrambled, Omelette.

Frühstück ala Insel
Frühstück ala Insel

Wir wechseln uns dabei immer mit Spiegelei und Omelette, das mit frischem Gemüse ergänzt wird, ab. Es werden 3 Eier aufgetischt, pro Ei bezahlen wir 10 Baht, also ca. 25 Cent. Nachdem schon die Eier so überaus köstlich daherkommen, gönnen wir uns auch schon zum Frühstück einen Pancake! Wahlweise mit Honig, oder mit Kokossirup. Naja, unser Frühstück findet meistens um 11 Uhr statt, das ist auch schon Nachspeisenzeit.

No Name: Echte Thai Küche

Bevor wir uns danach auf Inselerkundungen machen, brauchen wir nur die Straßenseite zu wechseln, um für unseren Proviant zu sorgen. Dort werden den ganzen Tag kleine verschiedene Spieße von einem Grillmeister über glühenden Kohlen gewendet. Wir lassen uns eine Hand voll davon einpacken, immerhin wollen wir am Nachmittag in der Einsamkeit der Insel nicht verhungern. Der Grillstand ist aber eigentlich nur der Ausläufer eines unscheinbaren, weil nach hinten positionierten Lokals. Hier müssen wir unbedingt abendessen. Gesagt getan.

Uriges Straßenbeisl
Uriges Straßenbeisl

Wir werden freudestrahlend begrüßt, es wird uns ein Tisch zugewiesen und es werden auch sofort Moskitoverscheucher in Brand gesetzt. Die Küche ist zur Straße gerichtet und beim Anblick lässt sich kaum vermuten, welche Vielfalt an thailändischen Spezialitäten sich hier zubereiten lassen. Wir entscheiden uns diesmal für gebratenes Hühnerfleisch mit frischem Gemüse, Reis mit Spiegelei und außerdem noch gebratenem Reis mit Gemüse und Ei. Eine einfache, aber sehr gute Wahl. Die Küche ist nicht nur unscheinbar, es ist auch erstaunlich, in welcher Rekordzeit die Speisen zubereitet werden. Und das frisch, ohne vorkochen. Minuten später steht das Bestellte bereits auf dem Tisch.

Die Lage mitten auf der Insel an einer Straße, fernab von einem der Strände, garantiert auch echte Thaiküche. Keine Spur von touristischem Essen. Da uns unser Erstbesuch wirklich gut gefällt und vor allem das Essen vorzüglich ist, kommen wir hier öfter her. Der nächste Besuch bringt uns dann auch etwas sehr Typisches und auch selten zu Bekommendes auf den Tisch. Suppe mit Minced Pork, zerkleinertem Omelette und Gemüse. Thailändische Hausmannskost.

Unscheinbar aber unfassbar gut!
Unscheinbar aber unfassbar gut!

Auch hier beträgt die Wartezeit wieder nur wenige Momente, dann steht eine große, dampfende Schüssel vor uns. Neben uns steht immer noch der Kellner, der uns angrinst und zu warten scheint, bis wir vom Aufgetischten kosten. Der unausgesprochenen Aufforderung kommen wir gerne nach. Wir kosten. Mit heißer Suppe im Mund grinsen wir zurück, es schmeckt ausgezeichnet. Durch den beigefügten Koriander, wird der Geschmack in seiner Einzigartigkeit noch unterstützt.

Wir löffeln alles fein säuberlich auf, übrig bleibt bei uns eigentlich sowieso nie etwas. Ganz im Gegenteil. Oft können wir nicht fassen, was auf Nachbartischen alles stehen gelassen und zurück in die Küche, oder besser gesagt in den Müll, geschickt wird. Wir sind dann immer kurz davor, uns über die Reste der verschwenderischen Ex-Gäste herzumachen. Noch verbietet uns dieses Vorhaben der innere Schweinehund. Noch.

Tutti Frutti

Der dritte und letzte Teil des Dreiecks ist ein nicht minder köstlicher. Wir stolpern satt aus dem Straßenlokal, überhäuft mit wunderbarem Thaifood. Was erblicken unsere noch nicht so satten Augen? Einen Obststand! Auch hier lassen wir uns nicht zweimal bitten. Und das ist auch gut so. Denn was wir bekommen, ist eine der besten Ananasis (ist das der korrekte Plural?) die wir jemals gegessen haben. Auch die Bananen und Kokosnüsse müssen sich nicht verstecken. Ob als Nachspeise nach dem Frühstück, nach dem Abendessen, oder einfach als fruchtiger Snack zwischendurch, wir mögen das Obst „unseres“ Standes.

Cha Chai Home

Ein paar hundert Meter weiter, in Richtung Strand, jedoch immer noch weit inmitten der Insel, folgen wir einer Empfehlung aus den unendlichen Weiten des Internets. Hier soll es ein vorzügliches, vegetarisches Restaurant geben, das ein wenig teurer, aber ökologisch sehr bewusst kocht. Das müssen wir uns ansehen. Im Cha Chai Home gibt die Speisekarte einiges her. Auch wenn sie ein bisschen Skepsis in uns auslöst, denn es wird auch Pizza und Pasta angeboten, ein für uns eigentlich schlechtes Zeichen. Wir entscheiden uns für eine Herbal Salad Bowl, einem bunt gemischten Salat mit Mango und Cashewnüssen, sowie einem gelben Curry mit Gemüse. Die Zubereitung dauert hier etwas länger, das mag an der Komplexität der Salatzubereitung liegen.

Herbal Salad, eine vegane Köstlichlkeit
Herbal Salad, eine vegane Köstlichlkeit

Beide Speisen sind sehr nett angerichtet und was noch wichtiger ist, sie schmecken sehr gut. Die leeren Teller ein paar Minuten später sind unsere Zeugen.

Beim Schmökern der Karte ist uns auch gleich diese eine Doppelseite mit den Süßigkeiten aufgefallen. Hier bieten sich Köstlichkeiten wie Chocklatebrownie, Raw Banana Cake, oder Lemon Cheesecake mit frischen Mangos und Erdbeersauce an. Wie sollen wir da widerstehen? Wir haben schon kurz überlegt, die Hauptspeisen zu überspringen und gleich mit den Desserts zu beginnen. Oder überhaupt nur Süßes zu essen. Zu spät. Aber Platz für einen Abschluss ist immer noch. Wir bestellen den Cheesecake. Und wir werden nicht enttäuscht, er ist himmlisch. Genau so gut wie die Beschreibung klingt.

Ohne Worte!
Ohne Worte!

Wen das kulinarische Heimweh plagt, kann sich hinter dem Ao Yai Beach sogar über echte italienische Holzofenpizza erfreuen, sie soll sehr gut sein. Wir machen das nicht und halten uns lieber an die einheimische Kost. Das ist schließlich unsere Mission.

Unser essenstechnisches Fazit von Koh Phayam: es ist nicht möglich hier viel falsch zu machen. Das Essen ist im Hinterland aber noch eine Spur besser als jenes, das direkt am Strand angeboten wird. Verhungern kann man hier auf jeden Fall nicht!

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