Top 10 Street Food in Indien

Streetfood in Indien ist ein „must have“ wenn du deine Reise auf den großen Subkontinent antrittst. Das Land ist kulinarisch sehr vielfältig, die verschiedenen Curries sind berühmt (hier kannst du einige der Spezialitäten unserer Foodtour quer durch Rajasthan nachlesen).

Doch die Straßenküche solltest du auf keinen Fall links liegen lassen. Zu köstliche Dinge würdest du verpassen. Die Hygiene ist übrigens meistens viel besser als es dir vielleicht auf den ersten Blick vorkommen mag, auch wenn der erste optische Eindruck das nicht immer bestätigt. Lass dich davon nicht täuschen! Je mehr einheimische Menschen hungrig bei einem Stand auf ihr Essen warten, desto besser. Es kann hier auf keinen Fall schlecht sein.

Jetzt gehts aber los mit dem Top 10 Streetfood in Indien! Aber Vorsicht, du wirst Hunger bekommen!

Platz 1 – Aloo Tikki

Unser Lieblings-Streetfood in Indien! Aloo steht in Indien für die Kartoffel. Immer wenn du das liest, wirst du eine immer unterschiedliche Zubereitungsart der wunderbaren Knollenfrucht bekommen. Bestellst du in diesem Fall irgendwo Aloo Tikki auf der Straße, bekommst du extrem bekömmliche, indische Kartoffelpuffer. Die Kartoffeln werden gekocht, zerstampft, mit verschiedenen Currygewürzen versehen und zu kleinen Kügelchen geformt. In riesigen Pfannen mit heißem Fett werden sie dann platt gedrückt und außen knusprig frittiert.

Streetfood in Indien
Zuerst plattgedrückt, dann gebraten – Aloo Tikki

Die fertigen Aloo Tikki werden zerteilt und mit süßer Tamarindensauce, feuriger Chilisauce, sowie frisch gehackten Zwiebeln versehen. Diese geschmackliche Mischung ist eine wahre Gaumenfreude, vor allem durch die Tamarindensauce. Wenn du aus Österreich, Deutschland, oder der Schweiz kommst, wird dich Aloo Tikki vermutlich stark an Rösti oder Kroketten erinnern. Serviert wird in Pappteller und Zeitungspapier.

Platz 2 – Samosa

Sicher sind dir schon mal die goldbraun gebackenen, dreieckig geformten Teigtaschen untergekommen, selbst wenn du bisher noch nicht in Indien warst. Sie sind eigentlich DER Klassiker wenn es um Streetfood in Indien geht. Und das völlig zurecht wie wir finden! Die Fülle ist unterschiedlich und von Samosa Koch zu Samosa Koch verschieden. Eines haben die leckeren Dreiecke aber meistens gemeinsam: die Kartoffel! Wie heißt das richtig? Hast du beim Lesen aufgepasst? Richtig! Aloo! Schon wieder. Aber naja, wir mögen Kartoffeln nun mal sehr gerne und da sind wir vermutlich nicht allein. Doch zurück zur Fülle. Kartoffel alleine ist natürlich zu wenig für ein echtes, schmackhaftes Samosa! Indische Gewürze müssen rein, also her mit dem Kreuzkümmel und mit den Chilis! Auf keinen Fall fehlen dürfen außerdem Zwiebel.

Samosas werden aber auch ohne Kartoffel oder mit anderen zusätzlichen Inhalten angeboten. So können dir beim Hineinbeißen auch Linsen, Bohnen, oder Fleisch von Huhn oder Schaf begegnen. Wenn du also nicht alles magst, oder du fleischlos lebst, frag lieber vorher nach was drinnen ist! Unser Tipp: pack dir gleich mehrere Samosas ein, du wirst später sehr froh darüber sein!

Platz 3 – Chai

Chai? Ist das nicht ein Getränk? So oder ähnlich wirst du dir das jetzt vermutlich denken. Ja, du hast Recht, Chai ist ein Tee. Aber halt, das klingt so simpel, Tee. Chai ist mehr als nur gewöhnlicher Tee! Tee kannst du überall auf der Welt trinken, Chai nur in Indien. Das alleine rechtfertigt natürlich noch nicht eine Nennung in unserer Top 10 Streetfood in Indien Liste. Aber Chai ist DAS Nationalgetränk im ganzen Land. Du bekommst ihn überall, auf der Straße, im Zug, im Bus, in Warteräumen, oder in Geschäften in denen du hart den besten Preis für deinen neuen Pashmina Schal aushandelst. Es kann dabei noch so heiß sein, Chai gehört zu Indien und ist beinahe so heilig wie Kuh und gehört definitiv zur Straßenküche!

Doch was ist nun eigentlich der Inhalt des heiligen Trunks? Chai heißt in Indien eigentlich Masala Chai, doch das sagt niemand. Masala ist eine spezielle Gewürzmischung, die in vielen Gerichten zur Anwendung kommt. Auch sie ist typisch indisch und darf daher auch beim Kultgetränk Nummer 1 nicht fehlen! Die Basis bildet Schwarztee. Auch das liegt in Indien nahe, da sich riesige Teeplantagen im Norden rund um Darjeeling und im Süden in Munnar befinden. Indien ist eines der größten Teeanbaugebiete der Welt.

In echten indischen Chai gehört außerdem heiße Milch, nicht Wasser. Das sind die Bestandteile des Chais. Etwas Wichtiges darf aber natürlich nicht fehlen: Zucker, viel Zucker! Die Inder lieben Zucker und kübeln ihn gerne mit ganzer Kraft in alles Flüssige was ihnen begegnet! Wenn du einen frischen Mangosaft genießen willst, stört das ungemein. Zum Chai gehört der Zucker aber einfach dazu, er muß süß sein, nur so schmeckt Chai wie Chai! Wohl bekommts!

Platz 4 – Lassi

Schon wieder ein Getränk? Nein! Flüssig zum Trinken erhältst du Lassi eigentlich nur in Ländern außerhalb und in touristischen Regionen innerhalb Indiens.

Lassi klassisch
Einer unserer Lieblinge – Badam Lassi – nur echt im Tongefäß

Das echte Lassi ist ein dickes Joghurt, das uns ein wenig an sehr fetthaltiges, griechisches Joghurt erinnert. Es wird entweder nach der Hauptmahlzeit , gleich in der Früh, oder einfach zwischendurch verspeist und hat drei unterschiedliche Funktionen. Einerseits ist es eine wunderbar leckere Nach- bzw. Süßspeise, die du einfach gerne löffeln wirst. Andererseits hilft Lassi deinem Körper die teilweise unfassbar hohen und schweißtreibenden Temperaturen besser zu bewältigen. Und außerdem lindert Lassi den feurigen Geschmack im Mund, der durch die Chilis in einigen indischen Speisen eindrucksvoll hervor gerufen wird. Dieser Effekt ist auch nicht zu verachten, gerade wenn du das erste Mal in Indien oder in Asien unterwegs bist.

Lassi gibt es in verschiedenen Geschmacksrichtungen, die durch die Beimengung der entsprechenden pürierten Früchte und Gewürze entstehen. Beliebt sind Mango, Banane, Zitrone, Ananas, Cardamom, Mandel, Karamel, oder Schokolade. Original ist das Lassi übrigens plain, also ohne Beimengung von zusätzlichen Geschmäckern. Dann ist es entweder süß oder salzig, ja auch das gibt es!Unsere Lieblings Lassis sind Badam (Mandel und Safran), Cardamom und Zitrone! Mango geht natürlich auch immer!

Dein von zu Hause geliebtes Mangolassi ist also gar nicht so flüssig wie du glaubst. Aber keine Angst, du bekommst es trotzdem, es ist ja zurecht sehr beliebt. In diesem Fall wird das dickliche Joghurt einfach mit Milch oder Wasser gestreckt und passt somit durch jeden Strohhalm.

Platz 5 – Pakora

Pakora ist die Beschreibung für Frittiertes. Natürlich ist aber nicht alles das frittiert ist auch gleich Pakora. Das wäre viel zu einfach. Pakora ist etwas, das in Teig aus Kichererbsen gehüllt und anschließend in heißem Fett gebacken wird. „Etwas“ klingt weitreichend, ist es auch. Deswegen müssen wir unseren Platz 5 vom Streetfood in Indien auch etwas klarer definieren. Wir meinen „Veg Pakora“, also frittiertes Gemüse. Diese Variante ist auch die am weitesten verbreitete. Pakora kann aber auch frittiertes Fleisch, Fisch, Käse (indischer Paneer) und sogar Brotwürfel sein.

Das Gemüse ist aber mit Abstand am schmackhaftesten. Meistens wird dir bei Veg Pakora Karfiol (Blumenkohl), Karotten, Zwiebel und Auberginen gereicht. Perfekt für deinen kleinen Snack zwischendurch!

Platz 6 – Thali

Thalis sind die gemischten Teller/Platten der indischen Küche! Wir haben sie dir schon mal in unserem Beitrag „Essen quer durch Rajasthan“ vorgestellt. Thalis bekommst du hauptsächlich in den zahlreichen kleinen familiengeführten Restaurants. Aber eben nicht nur! Auch die Streetfoodvariante gibt es! Geschmacklich besteht kein Unterschied, dein Thali wird sowohl drinnen als auch draußen gut schmecken.

Thali: Streetfood in Indien
Thali kannst du auch direkt auf der Straße genießen

Beim Thali vom Straßenstand hast du aber weniger Auswahlmöglichkeiten, da das gesamte Essen mit einer Straßenküche gezaubert werden muss. Außerdem wirst du mit großer Wahrscheinlichkeit keinen Sitzplatz vorfinden und das Thali im Stehen verzehren. Das tut dem köstlichen Geschmack aber keinen Abbruch. Nimm alles, nimm reichlich! Reichlich ist überhaupt das Motto des Thalis! Sie bestehen aus zwei bis vier verschiedenen Speisen (kommt auf die Größe des jeweiligen Streetfood Standes an), von denen ein bisschen auf den Teller kommt. Perfekt um sich durchzukosten! Dazu wird Reis, Roti/Naan/Chapati, (alles indische Fladenbrote), Raita, rohe Zwiebel und scharfe Chilipaste serviert. Angerichtet wird in silber glänzenden Metalltellern, die mit Vertiefungen für die Speisen versehen sind. Allein deswegen lohnt sich eine Bestellung bereits!

Platz 7 – Kathi Roll

Wenn du Kathi heißt, ist unser Platz 7 dein Platz 1, ein Muss für dich! Wann wird denn sonst schon mal eine Speise nach dir benannt? Die Kathi Roll hat ihre Ursprünge in Kolkata und ist im Grunde dem türkischen Dürüm sehr ähnlich. Die originale Rolle besteht aus Paratha, also mit Gemüse gefüllter Rotiteig, in den gegrilltes Huhn gewickelt wird. Da die Füllungen aber flexibel sind, sind mit der Zeit auch immer mehr Varianten der Kathi Roll entstanden. Beliebt sind Paneer (indischer Frischkäse), Ei, Kartoffel, Gemüse, oder auch Schaf. Du kannst also je nach Lust und Laune herzhaft hinein beißen und dir deine Kathi Roll schmecken lassen!

P.S.: das gilt natürlich auch für alle Nicht-Kathis da draußen!

Platz 8 – Indische Süßspeisen

Streetfood in Indien bietet nicht nur allerhand pikanter Snacks für zwischendurch, sondern auch eine Reihe von Süßspeisen. Diese Nachspeisen sind anders als europäische Kuchen, sie sind kleiner und meistens auch um einiges süßer. Sie erinnern teilweise an Konfekt, zumindest optisch, sind aber doch ganz anders. Same same but different! Das Gute daran: du kannst entscheiden wie viele Kügelchen, Drei- oder Rechtecke du dir von der jeweiligen Köstlichkeit einpacken lässt. Der süßen Phantasie sind dabei eigentlich kaum Grenzen gesetzt, von Linsen, Joghurt (beides hier am Bild ersichtlich), über Kokos, Milchreis, Pudding, Karotte, bis hin zu verschiedenen Nüssen und vielem mehr ist alles dabei! Unser Tipp: Durchkosten lohnt sich!

Süßes Streetfood in Indien
Verlockende Süßigkeiten auf der Straße

Platz 9 – Mirchi Pakora

Und nochmal Pakora, das gebackene Allerlei. Diesmal ist es aber spezieller, handelt es sich doch um ganze, große, scharfe, gefüllte, indische Chilis! Ja, Chilis müssen nicht immer klein, rot und gemein daher kommen. Sie können sich auch als harmloser, grüner Paprika verkleiden. Der Wolf im Schafspelz unter den Chilis, denn scharf sind auch diese! Aber das gehört in Indien nun mal dazu. Scharf alleine sind die frittierten Chilis außerdem nicht, sie schmecken aufgrund ihrer Füllungen auch überaus lecker! Die Füllungen bestehen bei Straßenküchen meistens aus Kartoffel oder Käse, Aloo oder Paneer! Also, wenn du es gerne scharf und fettig hast, nur ran an den nicht vorhandenen Speck!

Platz 10 – Popcorn und Sojabohnen

Wenn dich mal der kleine Snackteufel reitet, ist das auch in Indien gar kein Problem! Du findest in Städten eigentlich an jeder Ecke einen fahrenden Stand, der dir gerne eine Tüte frisch hergestelltes Popcorn, oder noch besser, gebratene und gesalzene Sojabohnen mit auf den Weg gibt. Die kleinen Sojabohnen haben es uns überhaupt angetan, die schmecken so, dass du eigentlich nie aufhören willst. Bleib deswegen, während du deine erste Portion verzehrst, gleich neben dem freundlichen Standbesitzer stehen, du wirst sicher Nachschub haben wollen!

Snacks als Streetfood in Indien
Gönn dir doch mal Popcorn und gebratene Sojabohnen

Das ist also unser Top 10 Streetfood in Indien! Falls du auch schon mal in Incredible India warst und noch andere Streetfood Lieblinge hast, lass es uns in den Kommentaren wissen!


Mehr interessante Hinweise für das kulinarische Indien haben wir übrigens in einem seperaten Beitrag für dich zusammengefasst.

Über Indien hört man viel Gutes aber auch viel Schlechtes. Der Artikel von TravelOnToast hat viele Vorurteile kurz und knackig zusammengefasst: Hier nachzulesen!